Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld e.V.

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Wir engagieren uns für die Natur.

Umfangreiche Pflegearbeiten im NSG Loosenberge

Ganz im Westen von Schermbeck findet man zwischen der Bundesstraße 58 und der Lippe das schöne Naturschutzgebiet Loosenberge. Es handelt sich dabei um ein etwa 13 Hektar großes Schutzgebiet, wovon die Hälfte eine seltene Wacholderheide darstellt. Die restlichen Bereiche sind naturnahe Waldflächen mit teils sehr alten, mächtigen Birken und Eichen, aber auch wild verwachsenen Kiefern – ein sehr beeindruckendes Landschaftsbild! Dank eines naheliegenden Wanderparkplatzes können die Loosenberge von dort aus wunderbar durchwandert werden. Informationstafeln über die hiesige Tier- und Pflanzenwelt entlang der eingezäunten Wanderwege geben einen Einblick in das Gebiet und seine Besonderheiten. Zu diesen zählt die für diese Region einmalige Wacholderheide, die auf bis zu 3 Meter hohen Sanddünen, am Rand der Lippeaue, liegt. Der sandige Untergrund führt zu dieser typischen Vegetation, die mit mageren, trockenen Sandboden gut zurecht kommt.

Das NSG Loosenberge

Doch ohne Pflege würden sich die Loosenberge mehr und mehr zu einem Wald entwickeln und stellenweise sind auch bereits Gehölze dort gewachsen, wo eigentlich keine stehen sollten. Offenland, also Lebensräume mit wenigen bis gar keinen Bäumen, muss daher regelmäßig freigestellt werden, denn sonst können die Arten, die offenen Boden und Licht für eine weitere Ausbreitung benötigen, hier nicht mehr wachsen. Ein Beispiel dafür ist auch der Wacholder selbst. Nur wenn die reifen beerenförmigen Zapfen auf offene Bodenstellen fallen, können die darin enthaltenen Samen auskeimen. Dichte Brombeersträucher, Besenginster und alter, teils abgestorbener Wacholder kann diese sogenannte Naturverjüngung jedoch einschränken. Aus diesem Grund startet in dieser Woche eine großflächige Freistellung der Loosenberge durch ein ansässiges Forstunternehmen, beauftragt durch die Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld e.V. sowie Wald und Holz NRW. Auf knapp 7 Hektar werden alter Wacholder, Bäume und Sträucher entnommen und aus dem Gebiet abtransportiert. Gerade die Ausbreitung der Spätblühenden Traubenkirsche kann so weiter eingedämmt werden - die nicht heimische Baumart wächst so schnell, dass sie heimische Arten locker abhängt.

Finanziert wird diese mehr als notwendige Naturschutzmaßnahme durch das Land NRW, über die Förderrichtlinien Naturschutz. In Abstimmung mit dem Förster vor Ort werden wertvolle Baumbestände, Hutebäume sowie liegendes und stehendes Totholz von der Maßnahme verschont – zu wichtig ist ihre Funktion im Ökosystem. Im Fokus steht eher ein Ausdünnen der Gehölze unter dem Motto "so viel wie nötig, so wenig wie möglich", um wieder den früheren, lichten Zustand der Heide zu erreichen. Die Wacholderheide und die besondere Form der Hutebäume sind durch Beweidung entstanden und Schafe sollen auch zukünftig die Pflege übernehmen. Im dichten Wacholderbestand hatten die Tiere bisher keine "Bewegungsfreiheit", um überall zu fressen und zu verbeißen. Junge Bäume konnten ungehindert wachsen. Dies wird sich nach der Freistellung ändern.

Während der Bauphase kann das Naturschutzgebiet kurzzeitig nicht betreten werden, da hier schwere Maschinen arbeiten. Daher ist es auch nicht überraschend, das Boden und Vegetation nach der Maßnahme ziemlich mitgenommen aussehen werden. Doch nach wenigen Wochen wird sich die Vegetation erholt haben und auf den dann offenen Sandboden noch üppiger und vielfältiger wachsen.

Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld e.V. · Freybergweg 9 · 46483 Wesel
Tel.: 02 81 - 9 62 52 0 · Mail: info(at)bskw.de